Schlafstörungen bei Alzheimer behandeln
- robertbumgarner
- 27. Juli 2022
- 2 Min. Lesezeit
Schlafprobleme und die Alzheimer-Krankheit gehen oft Hand in Hand. Für die Betroffenen und ihre Betreuer können sie sehr belastend sein. Verantwortlich dafür sind verschiedene Faktoren. Von diesen hängt es auch ab, was man dagegen tun kann.
Häufige Schlafprobleme im Zusammenhang mit Demenz
Viele ältere Erwachsene haben Schlafprobleme, aber Menschen mit Demenz haben es oft noch schwerer. Schlafstörungen betreffen bis zu 25 % der Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz und 50 % der Menschen mit schwerer Demenz. Mit zunehmender Schwere der Erkrankung verschlimmern sich die Schlafstörungen in der Regel. Zu den möglichen Problemen gehören übermäßige Schläfrigkeit während des Tages und Schlaflosigkeit mit Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafen in der Nacht. Nächtliches Erwachen und verfrühtes Aufwachen am Morgen sind ebenfalls häufig.
Bei Menschen mit Demenz kann am Abend oder in der Nacht auch das Phänomen auftreten, dass sie sich verwirrt, unruhig, ängstlich und aggressiv fühlen, im Haus umherwandern und sich in gefährliche Situationen bringen. Auch obstruktive Schlafapnoe ist bei Alzheimer-Patienten häufiger anzutreffen. Diese potenziell schwerwiegende Schlafstörung führt dazu, dass die Atmung während des Schlafs wiederholt aus- und wieder einsetzt. Zu den Faktoren, die zu Schlafstörungen und Einschlafproblemen beitragen können, gehören geistige und körperliche Erschöpfung am Ende des Tages, Veränderungen der "inneren Uhr", ein verringertes Schlafbedürfnis und zeitliche Desorientiertheit.
Unterstützung einer guten Nachtruhe
Schlafstörungen können sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Betreuer sehr belastend sein. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, für einen besseren Schlaf zu sorgen.
Behandlung der Grunderkrankungen: Manchmal verursachen Erkrankungen wie Depressionen, Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom Schlafprobleme. Behandelt man diese, verschwinden die Schlafprobleme oft von selbst.
Routinen schaffen: Es empfiehlt sich, regelmäßige Zeiten für das Essen, das Aufstehen und das Zubettgehen einzuhalten.
Stimulanzien vermeiden: Alkohol, Koffein und Nikotin können den Schlaf beeinträchtigen. Bei Schlafproblemen sollte man den Konsum dieser Substanzen einschränken, insbesondere abends und nachts. Zu vermeiden ist auch das Fernsehen während nächtlicher Wachphasen.
Körperliche Aktivität: Spaziergänge und andere körperliche Aktivitäten können dazu beitragen, dass man nachts besser schläft.
Schlaf am Tag vermeiden: wer nachts schlecht schläft, sollte auf das Nickerchen am Nachmittag verzichten.
Friedliche Stimmung am Abend: Menschen mit Demenz können sich oft gut entspannen, wenn man ihnen vorliest oder beruhigende Musik spielt. Hilfreich ist auch eine angenehme Temperatur im Schlafzimmer: nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt.
Medikation anpassen: Einige Medikamente können zu Schlaflosigkeit führen. Dazu zählen zum Beispiel Antidepressiva wie Bupropion und Venlafaxin. Auch Cholinesterase-Hemmer wie Donepezil, die tagsüber die Symptome von Alzheimer-Patienten verbessern, führen nachts manchmal zu Schlaflosigkeit. Änderungen der Medikation sollten allerdings nur nach ärztlicher Anordnung durchgeführt werden.
Nächtliche Unruhe
Wenn die demenzkranke Person in der Nacht aufwacht, ist es wichtig, dass die Betreuer ruhig bleiben, auch wenn sie selbst erschöpft sind. Es hat keinen Sinn, mit dem Betroffenen zu diskutieren. Besser wäre es, die Person zu fragen, ob sie etwas benötigt. Nächtliche Unruhe kann durch Unbehagen oder Schmerzen verursacht werden. Manchmal ist das Problem einfach zu beheben, wie zum Beispiel eine volle Blase oder ein zu heißes oder zu kaltes Zimmer.
Schlafmittel
Wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht greifen, kann der Arzt schlaffördernde Medikamente verordnen. Manche der in Frage kommenden Wirkstoffe, zum Beispiel die Benzodiazepine, erhöhen allerdings das Risiko von Stürzen und Verwirrung. Aus diesem Grund werden sie für demente ältere Menschen im Allgemeinen nicht empfohlen. Wenn eines dieser Medikamente trotzdem verschrieben wird, wird der Arzt wahrscheinlich empfehlen, es wieder abzusetzen, sobald sich ein regelmäßiger Schlafrhythmus eingestellt hat.
Quelle: mayoclinic.org

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